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Codebuch erstellen und pflegen

Das Codebuch legt fest, welche Themen, Bedürfnisse oder Muster Sie im Material suchen. Es gehört immer zu einem Projekt und gilt damit für alle Sessions dieses Projekts. Gute Definitionen sorgen dafür, dass verschiedene Personen dieselbe Aussage möglichst gleich einordnen.

Codebuch des Projekts Meetings mit fünf Discovery-Codes im Demo-Mandanten Sozialwerk Musterstadt
  1. Öffnen Sie Codebuch und wählen Sie oben das Projekt.
  2. Wählen Sie Neues Codebook, wenn das Projekt noch keine Struktur besitzt.
  3. Starten Sie leer oder laden Sie das Discovery-Template.
  4. Erstellen Sie den ersten Code und vergeben Sie Name, Beschreibung und Farbe.
  5. Ergänzen Sie weitere Codes und ordnen Sie bei Bedarf Untercodes zu.

Das Discovery-Template enthält einen sofort nutzbaren Ausgangspunkt:

Code Leitfrage
Pain Point Welches Problem, welche Frustration oder welcher Aufwand wird beschrieben?
Gewünschter Nutzen Welche Verbesserung oder Wirkung wird erwartet?
Job-to-be-Done Welche Aufgabe soll eine Person tatsächlich erledigen?
Workaround Wie wird das Problem heute umgangen?
ZDF-Signal Welche Zahl, welches Datum oder welcher überprüfbare Fakt wird genannt?

Ein guter Code beantwortet vier Fragen:

  1. Was bedeutet der Code? Formulieren Sie eine kurze Definition.
  2. Wann wird er verwendet? Nennen Sie typische Einschlusskriterien.
  3. Wann nicht? Grenzen Sie ähnliche Codes voneinander ab.
  4. Wie sieht ein Beispiel aus? Hinterlegen Sie ein typisches Zitat im Memo oder in Ihrer Methodenbeschreibung.

Beispiel für das Sozialwerk Musterstadt:

Zugangshürde – Aussagen über organisatorische, räumliche, sprachliche oder digitale Hindernisse, die eine Teilnahme erschweren. Nicht verwenden für allgemeine Unzufriedenheit ohne konkretes Hindernis.

Untercodes eignen sich, wenn eine gemeinsame Oberkategorie verschiedene Ausprägungen besitzt, zum Beispiel Zugangshürde > digital und Zugangshürde > räumlich. Vermeiden Sie tiefe Hierarchien, die im Alltag kaum noch konsistent anzuwenden sind. Zwei Ebenen reichen für viele Projekte.

Farben helfen bei der Orientierung im Transkript. Verwenden Sie ähnliche Farben für verwandte Codes nur dann, wenn sie dennoch gut unterscheidbar bleiben. Ziehen Sie Codes am Griff in eine sinnvolle Reihenfolge oder verschieben Sie sie unter einen Obercode.

Ändern Sie eine Definition, wenn die bisherige Abgrenzung im Material nicht funktioniert. Dokumentieren Sie relevante methodische Entscheidungen in einem Memo. Vor größeren Umbauten empfiehlt sich ein Report-Snapshot, der den Codebuchstand zusammen mit dem ausgewählten Material festhält.

Gelöschte Codes werden zunächst in den Papierkorb verschoben und können wiederhergestellt werden. Prüfen Sie vor dem endgültigen Entfernen, welche Segmente den Code verwenden. Das Zusammenlegen zweier Codes sollte fachlich entschieden und anschließend in den betroffenen Zitaten kontrolliert werden.

  • Benennen Sie eine Person, die Strukturänderungen koordiniert.
  • Codieren Sie zu Beginn dieselben zwei oder drei Sessions unabhängig und vergleichen Sie Abweichungen.
  • Schärfen Sie Definitionen anhand realer Grenzfälle.
  • Frieren Sie vor einem formalen Vergleich einen Codebuchstand als Snapshot ein.
  • Verwenden Sie in Ergebnistexten die Definitionen des tatsächlich ausgewerteten Standes.

Danach geht es weiter mit Codieren im Transkript.